Es gab eine Zeit, da war mein Kopf voll mit Träumen.

Alles schien machbar, greifbar, erfahrbar und ich hatte Zeit, so viel Zeit.

In dieser Phase entdeckte mein bester Freund diesen Song.

Wir saßen oft auf seiner Terasse unter einem Walnussbaum und schauten auf die Dächer der Nachbarhäuser. Obwohl wir beide damals musikalisch nicht unbedingt in dieser Songwriter-Szene beheimatet waren, sang Watson auf Repeat davon, was mit ganz einfachen Mitteln möglich ist. EIn Zuhause zu bauen. Aus Stein. Auch wenn irgendwann dann doch alles zu Staub wird, ja mei, ein bisschen Melancholie muss natürlich dabei sein.

Und davon, dass das eigentlich Wichtige nicht das Material ist, sondern die Bewohner.

DIe Häuser die ich im übertragenen Sinne gebaut habe, basierten auf einer guten Idee. Der Entwurf barg eine gewisse Genialität und Verve.

Das Modell war dann schon etwas schludriger, unter den Mauern quoll der Uhu hervor und die Tür hing aus der Angel.

Und während das Fundament gegossen wurde, kam ich mit einem Schlauch und spülte einfach alles weg.

Das Lied klingt nach weinenden Engeln und zerfließenden Herzen. Aber auch heute erzählt es für mich davon, dass es nicht mehr braucht als Steine und die richtigen Menschen, mit denen man baut.

Und aufgehört zu träumen habe ich glücklicherweise noch nie.


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